19
Apr
Mile Me Deaf + Jolly Goods
19-04-17
ACUD MACHT NEU
Veteranenstraße 21,
Berlin,
Germany
20:00

„What happens to the Human Age, when everyone is bored of it?“. Mit dem neuen Album stimmt MILE ME DEAF den Abgesang unserer Spezies an. Mastermind Wolfgang Möstl spinnt seine in bisherigen Alben angedeutete Vorliebe für dystopische Fiktion weiter und verknüpft sie mit dem fragilen Status Quo der aktuellen Menschheitsgeschichte. Das Geschrammel der Vorgängeralben wurde mit ALIEN AGE vorerst begraben. Sample-basierte Beats und Loops geben nun den Ton an. Die 90s-Indie Einwirkung der Vorgängeralben ist hier nur noch homöopathisch zu spüren – hingegen rücken Dub, Vaporwave, Jazz und Ambient in den Vordergrund. Das Album wurde erneut zur Gänze im Alleingang von Möstl produziert. Als Grundlage der Tracks diente ein alter Akai-Sampler mit dem Sounds und Musikversatzstücke unterschiedlichster Quellen wie abstruse Plattenfunde, Aufnahmen befreundeter Bands oder Audio-Kuriositäten aus aller Welt in bester OldSchool-HipHop Manier zu eigenwilligen MILE ME DEAF Pop-Songs geformt wurden. Erstmals gibt Möstl auch das Mikrofon weiter: Seine “Sex Jams”- Bandkollegin Katarina Trenk übernimmt die Mainvocals auf “Shibuya+”, einem hypnotischen Dance-Track.
ALIEN AGE kokettiert augenzwinkernd mit extraterrestrischen Besuchern, Entvölkerungsszenarien und allerlei Bizarrem aus den Untiefen des Internets. Es ist ein Versuch den „weirden Vibe“ unserer Ära einzufangen. Zwischen den Zeilen lässt sich das Album auch als posthumanistisches Album deuten. Es sind die Widersprüchlichkeiten der Welt, die Möstl zum Zweifeln an der Rolle des Menschen als Speerspitze einer gesellschaftlichen Hierachie lässt. Das humanistische Ideal, das die Vernunft des (westlichen) Menschen über alles setzt ist längst zu hinterfragen. Die Idee zum Artwork entstand in Zusammenarbeit mit Burnbjoern, der schon für das Design des Vorgängeralbums zuständig war. Es handelt sich um Stereogramme, jenen Bildern, die bei näherer Betrachtung einen 3D-Effekt erzielen. Das auf den ersten Blick nur als wirres Muster wahrnehmbare Cover bekommt mit der nötigen Blicktechnik plötzlich eine zweite Ebene.

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